Tretmühle

Hatte fast vergessen, dass arbeiten so anstrengend ist. 10 Stunden da sein plus 45 min hin und noch mal 45 zurück, da fällt man bloß noch tot ins Bett. Wochenende geht fürs abwaschen einkaufen aufräumen Wäsche waschen Wohnung putzen drauf, eigentlich will ich nur meine Ruhe haben. Frage mich, wie andere Leute das ein Leben lang aushalten und es dabei noch schaffen, Freundschaften zu pflegen oder sich selbst zu verwirklichen. Irgendwas mach ich offenbar falsch. Habe aber momentan keine Lust oder Kraft, das aktiv zu hinterfragen und etwas zu verändern. Lass den Job nur endlich vorbei und das Geld schon auf meinem Konto sein, vielleicht kann ich mich dann mal entspannen und darüber nachdenken. (Und schwupps ist das Leben um.)
rob (anonym) - 01.03.08, 15:11

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Ja, mann muss schon selbst darüber nachdenken, was man will & kann & soll ...
Auch wenn es "Lifehacks" gibt; mit so tollen Themen wie der 10-Uhr-Regel. Oder berücksichtigen, was man schon X-mal gehört hat: less is more ...

rob (anonym) - 01.03.08, 16:39

Nachtrag

Mehr "ZEN" gibt's unter dem Titel Discover Your Life’s Calling Today ...
archicat - 01.03.08, 17:49

Lieb von dir, dass du dir solche Gedanken um mich machst. Diese 10-Uhr-Regel und vergleichbare "Lifehacks" erfordern aber eine Selbstdisziplin, die Prokrastinierer wie ich schlicht nicht aufzubringen imstande sind. Wie du weißt, ist eines meiner Hauptprobleme, dass alles was ich muss (und sei es, weil ich mich selbst dazu zwinge), plötzlich keinen Spaß mehr macht. Auch wenn ich mich früher stundenlang damit aufhalten konnte, um mich von wichtigeren Dingen abzulenken *g*.
"Less is more" hingegen praktiziere ich doch schon erfolgreich. Immerhin habe ich meinen letzten Job gekündigt, weil er mir nicht gut tat, bei Freundschaften bin ich meist ähnlich streng, außerdem bezahle ich eine Steuerberaterin, um mich nicht selbst damit rumärgern zu müssen. Ob ich die Prioritäten allerdings richtig gesetzt habe und sie langfristig gut für mich sind, daran zweifle ich mitunter.
Nun, dieser Job wird sicher nicht "My life's calling" werden, aber ein solches langkurzfristig zu finden, ist mit Sicherheit mein erklärtes Ziel.
tigerhöhle - 01.03.08, 17:01

Halten andere das denn wirklich ein Leben lang aus? Burnout, Depressionen, Süchte, Scheidungen etc. sind (glaube ich) der Preis dafür.

Ich wünsch dir viel Kraft für den Rest des Jobs!

archicat - 01.03.08, 18:03

Dankeschön!
Du hast wahrscheinlich recht. So richtig glücklich mit ihrem Job sind wohl die wenigsten. Solange man jammert, geht es einem offenbar noch gut :-) Klingt zynisch, aber so richtig "anerkannt" scheint man in dieser Gesellschaft erst zu sein, wenn man den ersten Herzinfarkt, Hörsturz o.ä. hinter sich hat. Wenn man dagegen frühzeitig merkt, dass etwas im argen liegt und die Reißleine zieht, bevor man im Burnout endet, wird man als Weichei abgestempelt. (Zumindest von sich selbst, wenn man so streng mit sich ist, wie ich.)
Bei diesem Job tröstet mich der Gedanke an das klar definierte Ende und meinen finalen Kontostand *g*, aber wenn ich mir vorstelle, dass ich mich auf diese Art noch (mindestens) die nächsten 37 Jahre über Wasser halten muss, wird mir schon leicht übel.
Cesenatico Hotel - 02.03.08, 14:20

ich habe seit 5 Jahren keinen richtigen Urlaub mehr gemacht, weil ich einfach keine Lust habe. ich arbeite dort, wo andere Urlaub machen und könnte mir mehr als 2 Tage ausspannen gar nicht vorstellen.
Freundschaften muss man nicht pflegen, wahre Freunde bleiben dir auch wenn du sie nicht pflegst, solange du ehrlich bist.

Selbstverwirklichung sollte doch eigentlich genau im Job passieren..!?

archicat - 02.03.08, 16:54

Dazu gratuliere ich.
Fern der Heimat zu arbeiten ist aber eben nicht jedermanns Sache; ich habe ein Jahr in Sydney gearbeitet und bin mir seitdem sehr sicher, dass ich nach Berlin gehöre. Welcher Job hingegen (besser) zu mir passt, ist ja genau die große Frage - ein Glückspilz, wer durch Zufall im richtigen landet und nicht lange suchen muss.

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